Die Fakten

  • Projekt: Austausch eines alten Gas-Brennwertgerätes gegen eine Split-Luft-Wasser-Wärmepumpe
  • Ort: Bannewitz
  • Objekt: Einfamilienhaus in Massivbauweise, Baujahr 1996
  • Besondere Gebäudesituation: ohne Keller, auf Bodenplatte errichtet
  • Heizzentrale: im Dachgeschoss, Platzangebot sehr gering und durch Dachschräge begrenzt
  • Wärmeverteilung: 100 % Fußbodenheizung
  • Bestandsanlage: Gas-Brennwertgerät, ca. 20 Jahre alt, lief noch fehlerfrei; Ersatzteile nicht mehr verfügbar
  • Neue Anlage: Vaillant aroTHERM-Split plus, Luft-Wasser-Wärmepumpe
  • Umsetzung: Installation und Inbetriebnahme im April 2026
  • Bauzeit: 7 Werktage (Montag-Dienstag)
  • Energiekonzept: Photovoltaikanlage 5kWp seit Januar 2024, Stromspeicher 5kWh (Erweiterung auf 8kWh im März 2026)
  • Autarkiegrad der PV-Anlage: in 2025, ohne Wärmepumpe, noch mit 5kWh-Stromspeicher ca. 75%
  • Besonderheit: Installation ohne Leitungsführung durch die Wohnbereiche, der Heizraum im Dachgeschoss ist klein, durch eine Dachschräge begrenzt und in den Wohnbereich integriert.

Ausgangssituation: Wir wollten eine Lösung mit möglichst unsichtbarer Leitungsführung

Wir haben unser Haus 1996 selbst gebaut. Es ist ein Einfamilienhaus in Massivbauweise, ohne Keller. Die Herausforderung: Die Heizzentrale liegt nicht unten in einem großzügigen Technikraum, sondern im Dachgeschoss.

Der kleine Heizraum unter der Dachschräge ist eng, ringsum vom ausgebauten Wohnbereich umgeben und längst Teil eines fertig renovierten, schönen Zuhauses. Für uns war deshalb von Anfang an klar: Eine Wärmepumpe ja, aber nicht um den Preis, dass Rohre sichtbar durch Treppenhaus oder Wohnräume verlaufen.

Warum wir über eine Wärmepumpe nachgedacht haben

Das alte Gas-Brennwertgerät lief noch fehlerfrei. Aber die Anlage war über 20 Jahre alt, und ein Punkt wurde immer wichtiger. Für das Gerät waren Ersatzteile nicht mehr verfügbar. Wir wollten deshalb nicht warten, bis ausgerechnet im Winter ein Totalausfall passiert und wir dann unter Zeitdruck entscheiden müssen.

Dazu kam die Unsicherheit, wie sich Erdgasversorgung und Gaspreise künftig entwickeln werden. Wir wollten einem Ausfall vorbeugen, uns unabhängiger von den Unwägbarkeiten der zukünftigen Gasversorgung machen und mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe auf eine moderne, zukunftssichere Heizung umsteigen.

Photovoltaik gab die Richtung vor

Seit Januar 2024 haben wir eine 5kWp große Photovoltaikanlage auf dem Dach, kombiniert mit einem Stromspeicher mit 5kWh. Damit veränderte sich unser Blick auf die Heizung. Wenn eigener Strom da ist, liegt der Gedanke nahe, auch die Wärmeversorgung neu zu denken.

Den Stromspeicher haben wir im März 2026 auf 8kWh erweitert, nachdem wir festgestellt haben, dass noch viel Solarstrom ins Netz eingespeist wird. Heute, an sonnigen Tagen, sind wir damit nahezu autark und versorgen uns komplett selbst mit Sonnenstrom. Für uns passte die Luft-Wasser-Wärmepumpe damit perfekt in den nächsten Schritt. Keine Abhängigkeit von Gas, noch mehr Nutzung des eigenen Stroms und ein System, das zum Haus und zur vorhandenen Fußbodenheizung passt. Wir sind gespannt, wie sich die Wärmepumpe über ein vollständiges Betriebsjahr auf die Bilanz unserer Eigenversorgung auswirkt. Das lässt sich erst nach ausreichend Laufzeit belastbar sagen, also ungefähr in einem Jahr.

Die eigentliche Frage: Wie kommt die Technik ins Haus?

Bei uns ging es nicht nur um die Auswahl eines Geräts. Die schwierigere Frage war: Wie lässt sich eine Luft-Wasser-Wärmepumpe in ein Haus einbauen, das keinen Keller, keinen großen Technikraum und keine freien Leitungswege hat?

Einige Firmen wollten den Auftrag nicht übernehmen. Sie hatten nur Ideen zur Standardinstallation. Eine solche Lösung hätte bedeutet, Leitungen sichtbar durch Treppenhaus und Wohnräume zu führen. Das kam für uns auf keinen Fall infrage. Wir wollten keine Modernisierung, die wir später jeden Tag im Treppenhaus oder gar im Wohnbereich sehen und über deren Optik wir uns ärgern.

Warum wir uns für die Gröschel GmbH aus Pirna entschieden haben

Wir haben mehrere Beratungen erlebt und uns Angebote eingeholt. Es war nicht das günstigste Unternehmen. Aber wir haben uns dafür entschieden, weil die Beratung durch die Gröschel GmbH und das Ergebnis für uns am schlüssigsten waren. 

Es wurde nicht einfach eine Standardlösung vorgeschlagen. Es wurde zugehört, gerechnet, geplant und verstanden: die Dachzentrale, der Trempel, die Außenwand, die vorhandenen Räume, unsere Wünsche und die besonderen Herausforderungen unseres Hauses. Auch die Wärmepumpen-Förderung wurde mit vorbereitet und begleitet. Für uns war wichtig, dass Beratung, Planung, Berechnung und die spätere Umsetzung zusammenpassten.

Die Lösung: Technik, die sich zurücknimmt

Die Split-Wärmepumpe wurde in die vorhandene Dachzentrale eingebunden. Pufferspeicher, Warmwasserspeicher und Hydraulik mussten auf sehr engem Raum Platz finden. Die Leitungen wurden nicht durch die ausgebauten Wohnbereiche geführt, sondern durch den engen Trempel im Abstellbereich des Schrägdaches.

Für die Außenführung wurde ein separat angebrachtes Regenfallrohr genutzt. Darin wurden die Kältemittelleitungen und die elektrischen Leitungen vom Außengerät nach oben geführt, sodass die Fassadenoptik nicht durch eine Rohrinstallation gestört wird. Im Heizraum selbst sind kaum Rohrleitungen sichtbar. Der Satz, der uns dazu bis heute einfällt: Es scheint, als wäre die Technik in den Heizraum hineingewachsen. Wir haben uns solch ein schönes Ergebnis gewünscht – unsere Erwartungen sind übertroffen worden.

Sieben Arbeitstage im bewohnten Haus

Die Umsetzung war recht knifflig. Besonders die Umlenkungen und engen Radien für Kältemittel- und Stromleitungen im zusätzlichen Regenfallrohr waren nicht einfach. Trotzdem dauerte die Installation nur sieben Arbeitstage. Von Montag bis zum Dienstag der Folgewoche.

Wir sind vor allem begeistert davon, wie rücksichtsvoll gearbeitet wurde. Das Treppenhaus wurde vor Beginn der Arbeiten mit Filz ausgelegt und damit geschützt, alle Abstimmungen wurden unkompliziert und schnell geklärt, und wenn die Monteure Fragen hatten, haben sie ganz höflich angeklopft. Das Team kommunizierte über mehrere Etagen: aus dem Dachtrempel ins Treppenhaus und aus dem Garten zurück in den Dachtrempel. Wenn wir gefragt haben, ob wir Kaffee kochen sollen, haben wir das einfach ins Treppenhaus gerufen. Dann kam aus allem möglichen Ecken ein Ja, gerne mit Milch, oder ja groß. Der eine oder der andere Fluch war dabei. Zum Beispiel, wenn die Kältemittelleitungen den engen Bögen nicht folgen wollten. Unsere bleibenden Eindrücke: entspannt, freundlich, rücksichtsvoll.

Eigenleistung dort, wo sie sinnvoll war

Ein Teil blieb bewusst bei uns. Das Fundament für das Außengerät haben wir nach Zeichnung von Firma Gröschel selbst erstellt. Dadurch wurde aus unserer Heizungsmodernisierung auch ein kleines Familienprojekt. Unser Schwiegersohn grub das Loch, unsere Tochter fuhr die Schubkarre, und wir haben uns während dieser Zeit um unsere Enkel gekümmert.

Das passte gut zur Baustelle. Fa. Gröschel hat die Planung geliefert und die anspruchsvolle Technik installiert. Wir konnten dort mithelfen, wo es sinnvoll war.

Was sich heute im Alltag zeigt

Für uns ist das Ergebnis vor allem deshalb gelungen, weil sich die neue Technik nicht aufdrängt. Die Wohnbereiche sind frei von sichtbaren Leitungswegen geblieben. An der Fassade fällt die Leitungsführung kaum auf. Der kleine Heizraum ist trotz neuer Technik weiter nutzbar. Sogar mit Platz für einen kleinen Werkstattbereich.

Das Haus fühlt sich nicht wie umgebaut an. Nur die Heizung arbeitet jetzt anders, leiser im Hintergrund und besser passend zu unserem Energiekonzept aus Photovoltaik, Stromspeicher und Wärmepumpe.

Einordnung für ähnliche Häuser

Gerade im Bestand entscheiden nicht allein das Baujahr und die energetische Bewertung darüber, ob eine Wärmepumpe sinnvoll integrierbar ist. Wichtiger sind die Heizflächen, die vorhandenen Leitungswege, der Platz für Innen- und Außeneinheit, die Gebäudegeometrie und die saubere Dimensionierung.

Dieses Projekt verdeutlicht eindrucksvoll, dass auch Häuser ohne Keller für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe geeignet sein können.  Dabei ist es entscheidend, dass Planung und Montage die baulichen Besonderheiten berücksichtigen und auf der Baustelle zusätzlich intelligente Optimierungen vorgenommen werden.

Unser Fazit

Wir wollten keine schnelle Austauschlösung, sondern eine Heizungsmodernisierung, die zu unserem Haus passt. Heute sieht man dem Gebäude nicht an, wie knifflig die Integration an manchen Stellen war. Genau das ist für uns das gute Ergebnis: Die Technik ist da, aber sie drängt sich nicht auf.

 

FAQ: Häufige Fragen zu diesem Wärmepumpen-Projekt

1. Warum wurde die alte Gasheizung ersetzt, obwohl sie noch fehlerfrei lief?

Die bestehende Anlage war über 20 Jahre alt, und Ersatzteile waren nicht mehr verfügbar. Familie Schleife wollte einem Totalausfall vorbeugen und sich frühzeitig unabhängiger von der Erdgasversorgung und der Gaspreisentwicklung machen.

2. Funktioniert eine Wärmepumpe auch in einem Haus ohne Keller?

Ja. In diesem Projekt wurde die Wärmepumpentechnik in eine kleine Dachzentrale integriert. Entscheidend waren die genaue Analyse der Hausgeometrie und eine Leitungsführung, die zum Gebäude passte.

3. Braucht man für eine Wärmepumpe zwingend Fußbodenheizung?

Nein. Eine Fußbodenheizung ist nicht zwingend erforderlich. Bei Familie Schleife war bereits im ganzen Haus Fußbodenheizung vorhanden. Dadurch passte die Wärmeverteilung ohne Anpassungen gut zur neuen Luft-Wasser-Wärmepumpe.

4. Was ist das Besondere an einer Luft-Wasser-Split-Wärmepumpe?

Auch bei einer Split-Wärmepumpe gibt es eine Außeneinheit, die im Freien steht. Dort befinden sich aber nur der Wärmetauscher und das Gebläse. Die Inneneinheit mit Kompressor, Heizungswärmetauscher und anderen Komponenten ist im Haus. Beide sind über Kältemittelleitungen verbunden. Diese Leitungen sind deutlich schlanker als wasserführende Heizungsleitungen. Bei Familie Schleife war genau das entscheidend. Die Innentechnik konnte in die vorhandene Dachzentrale integriert werden, während die schlankeren Kältemittelleitungen zur Außeneinheit in einem separat angebrachten Regenfallrohr an der Fassade unauffällig nach unten geführt worden sind.

5. Welche Rolle spielte die Förderung bei der Entscheidung?

Die Förderung war für Familie Schleife ein wichtiger Baustein. Die Förderung wurde mit Unterstützung der Gröschel GmbH beantragt und half dabei, den Umstieg von der Gasheizung auf die Luft-Wasser-Split-Wärmepumpe wirtschaftlich noch besser planbar zu machen. Die Förderquote betrug 55 % laut KfW-Programm 458.

6. Welche Rolle spielt Photovoltaik bei diesem Projekt?

Die Photovoltaikanlage war ein wichtiger Ausgangspunkt für die neue Heizstrategie. Der Stromspeicher wurde im März 2026 auf 8 kWh erweitert. Die belastbare Jahresbilanz der Wärmepumpe lässt sich erst nach einem vollständigen Betriebsjahr beurteilen.

7. Warum war die Beratung vor dem Einbau so wichtig?

Die bauliche Situation war anspruchsvoll: kein Keller, sehr kleine Dachzentrale, fertige Wohnbereiche und keine sichtbare Leitungsführung. Deshalb musste vor dem Einbau geklärt werden, ob Technik, Hydraulik, Leitungswege und Förderung realistisch zusammenpassen.